Friedrich-Bährens Gymnasium

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2004


In 14 Tagen (fast) um die Welt - Eine Reise ins Land der 1000 Seen

Tief in der Nacht, am 29.8.04 um 4:45 Uhr machen sich 23 müde Schüler auf nach Skandinavien. Das Ziel? Die Partnerstadt Leppävirta in Finnland. Begonnen hatte alles vor 20 Jahren, als der damalige Oberstudienrat Erich Stracke vom FBG die ersten Kontakte in Leppävirta knüpfte. Aus diesen Kontakten entwickelte sich im Laufe der Zeit und mit Hilfe von Siegrid Mexner und Friedrich Ratering eine enge Freundschaft, die bis heute besteht und durch einen regelmäßigen Schüleraustausch gepflegt wird.

Leppvirta_2004_1Und so hatten auch wir die Gelegenheit, unterstützt von 9 Erwachsenen, geleitet von Busfahrer Fritz und seiner Frau Inge, zwei Wochen lang den Norden kennen zu lernen und viele neue Eindrücke zu sammeln. Nach hektischer Busbeladung und längerer Fahrt verließen wir deutschen Boden und setzten per Fähre von Puttgarden nach Rödbyhavn (Dänemark) über.

Anschließend führten wir unsere Reise in Schweden fort, wo wir auch die erste Nacht in einer kleinen einem Puppenhaus ähnlichen Jugendherberge am See verbrachten. In vier weiteren Tagen (und Nächten) besichtigten wir im Land der blonden Männer (und Frauen) ein Schloss in Kalmar, die Universität und den Linnégarten in Upsalla, das Vasa-Holzschiff und den Königspalast in Stockholm. Nach dem eigentlichen Höhepunkt, einem Einblick in das Stockholmer (Nacht-) Leben, setzten wir bei Nacht und Nebel mit dem Schiff nach Finnland über.

Nach viel zu wenig Schlaf (Frühstück um 5.30 Uhr!) und Uhrumstellung auf osteuropäische Zeit fühlten wir uns Leppävirta schon ein ganzes Stück näher. Doch das Ziel war noch nicht erreicht: Es folgte nun ein Kulturprogramm in unaussprechlichen Städten, wo wir äußerst interessante Steine, Bäume und Gebäude die daraus bestanden, besichtigten.

Am Freitag den 3.9. um 16:30 Uhr dann endlich (?) die Ankunft an der Lukioschule in Leppävirta: 23 nervöse Schüler verlassen ängstlich den Bus und stellen sich tapfer den neugierigen Blicken der (noch) fremden finnischen Gastgeber.

16:37 Uhr: 23 nervöse Schüler betreten die Schulkantine - schlotternde Knie.

16:40 Uhr: 23 nervösen Schülern gelingt es nur schwer, der Begrüßungsansprache zu folgen - feuchte Hände.

16:53 Uhr: 23 nun bis zum Äußersten gespannte Schüler lauschen erwartungsvoll den Namen ihrer Gastfamilien. Herzklopfen. Erster Austausch von Blickkontakten. Dann das Unausweichliche: Nach sieben Tagen festem Zusammenhalt die erste Nacht alleine in der Fremde. Zuvor ließen wir allerdings den Tag zusammen auf dem Schulhof ausklingen, wo uns die finnischen Jugendlichen einiges über ihre "Feier"-Abende lehrten... ;-)

Während wir Samstag einen Tag auf dem Bauernhof (inklusive finnischer Lachs-Suppe) verbrachten und eine waghalsige Klettertour durch eine bekannte Schlucht machten und uns der Sonntag zur freien Verfügung in den Familien überlassen wurde, begann ab Montag wieder ein festes Programm: Empfang im Rathaus durch den amtierenden, "knuddeligen" Bürgermeister Jussi Huttunnen und anschließender Stadtrundfahrt in Leppävirta.

Danach ein Abstecher in die,auf der Welt einzigartige unterirdische Eiswelt des Hiihto-Aarena Skitunnels, wo wir uns in 35 m Tiefe und auf 1600 m Loipe-Strecke im Langlauf versuchen konnten. Und auch wenn keiner sein Talent entdeckte, stattdessen aber ein Skistock zu Bruch ging und unzählige Bauchlandungen fotografiert werden konnten, hatten wir eine Menge Spaß. Auch der nächste Tag war vollgepackt mit tollen Sachen, die die Reise schöner machen, hinein ins Schulzeit-Feeling. Die Erdkunde-Stunde war packend, die Mathestunde war ergreifend und die Beteiligung und das Interesse der Schüler überwältigend. Naja, wenigstens fast.

Der Mittwoch war wohl der göttlichste aller Tage: Wir besuchten das orthodoxe Uusi-Valamo Kloster nahe der russischen Grenze und hatten drei Stunden Gelegenheit, einen Blick hinter dicke Mauern, Ikonen und Kirchentüren zu werfen.

Am Donnerstag folgte dann ein Tag fern ab von Seen und Wäldern. Wir erkundeten auf eigene Faust die nahe gelegene Großstadt Kuopio. Nachmittags hatten die Finnen dann eine bittere Niederlage zu verdauen: 12:0 verloren die Gastgeber gegen die Herausforderer aus Deutschland und mussten zerknirscht zugeben, dass sie uns im Eishockey zwar überlegen, im Fußball jedoch absolut chancenlos sind. Somit bleibt der Wanderpokal zum neunten Mal hintereinander am FBG.

Den letzen Abend verbrachten alle mit Bratwurst, Boot fahren und Beachvolleyball an einem Campingplatz am See. Es kam Lagerfeuer-Romantik auf und zu später Stunde verstand man sich auch ohne Worte... ;-)

Freitag morgen, 7:30 Uhr: Die Koffer sind gepackt, die Brote geschmiert, und 23 traurige Schüler sind mehr oder weniger bereit, die Gastfamilien zu verlassen und "Auf Wiedersehen" zu sagen. Nach einem tränenreichen Abschied beginnt die Heimreise nach Deutschland.

Unser Fazit: Die Fahrt war einfach nur GEIL!

Written by: Carolin Höher und Katleen Mischewski