Friedrich-Bährens Gymnasium

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58239 Schwerte

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Industr. Revolution


Lebendige Geschichte(n): Wandel einer Region
Die damalige Klasse 9a des Friedrich-Bährens-Gymnasiums in Schwerte verlegte 2006 ihr Klassenzimmer kurzerhand für einige Monate ins Walzwerk und andere Industrieanlagen und forschte im Rahmen des Geschichts- und Kunstunterrichts an der Entwicklung der eisen- und stahlverarbeitenden Betriebe seit deren Bestehen.

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In der Lokrichthalle wurden ab 1968 Schwerlastwagen aufgearbeitet

Ausgegangen wurde dabei von den industriellen Kernen wie z.B. dem ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerk, der Walter Hundhausen GmbH, der Deutsche Nickel AG, der Hoesch Schwerter Profile GmbH und der Stahlwerk Ergste Westig GmbH. Aber auch die in den "Siebziger Jahren" beliebten Gewerbegebiete blieben nicht außen vor. Wer erinnert sich noch an den großen Rangierbahnhof in Geisecke, der heute in ein ausgedehntes Gewerbegebiet übergegangen ist? Wo war was? Wer entwickelte und produzierte welche Teile? Wie sah die Entwicklung und Produktion aus? Was ist aus wem geworden? Die Schüler recherchierten einzelne Firmengeschichten, erstellten Kurzporträts und versuchten dann einen wirtschaftlichen Gesamtzusammenhang herzustellen. Gleichzeitig wurde das Thema von der bildnerischen Seite zeichnerisch, malerisch und photographisch angegangen.

Was stellten die Schüler fest? Die industrielle Revolution war nicht nur ein großer Fortschritt, sondern beinhaltete auch große soziale Verwerfungen. Neben dem denkmalgeschützten Eisenbahnausbesserungswerk gibt es hier in der Eisenbahnersiedlung Schwerte-Ost ein Beispiel für die Lösung der sozialen Frage. Auch wenn dies alles nicht in der ersten Phase der industriellen Revolution, die sich vor allem in den nördlich/nordwestliche von Schwerte gelegenen Regionen vollzog, stattgefunden hatte. Der Wandel von einer landwirtschaftlich zu einer industriell geprägten Region hat schließlich aber auch die Stadt Schwerte maßgeblich geprägt.

All dies wurde im Rahmen einer Ausstellung, in der auch die Produkte der Firmen präsentiert wurden, im Technologie-Zentrum Schwerte gezeigt. Um die Ausstellung auch in Schwertes finnischer Partnerstadt Leppävirta zu zeigen, war es notwendig, die Texte im Englisch-Unterricht in die englische Sprache zu übersetzen. Und so informierte im August 2007 die Klasse 10a das finnische Volk über den Strukturwandel in Schwerte.

Schwerter Industriegeschichte: Ausstellung in Leppävirta
Ferien, was ist das? Seit dem 1. August war die Klasse 1Oa des FBG auf dem Weg quer durch Schweden über Stockholm in die finnische Partnerstadt Leppävirta. Aufregung und Stress hoch drei.

Die Schülerinnen und Schüler sollten hier ihre Ausstellung zur Industrialisierung Schwertes noch einmal zeigen. Von der Ausstellungeröffnung am Sonntag erreichte uns folgender Bericht:

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Ausstellung der Schwerter Industriegeschichte in Leppävirta

Alle waren aufgeregt: Die FBGler hatten die Ausstellung zwar schon in Schwerte im Technologiepark gezeigt, aber jetzt hatten sie alle Plakate und die Eröffnungsrede ins Englische übersetzen müssen. Die erste Überraschung: Zur Begrüßung in Leppävirta erschienen außer den Gasteltern auch FBG-Schulleiter Dr. Kaus Althoff, Brigitte Drees von der Wirtschaftsförderung, Sigrid Mexner von der Partnerschaftsgesellschaft und einige Vertreter der Firmen, deren Geschichte in der Ausstellung gezeigt werden (u.a. von Hövelmann und Lueg). Einen solchen Empfang hatte niemand erwartet.

Beim Aufbau der Ausstellung war man sich schnell über die Präsentationsfolge einig und im Aufbau waren die Beteiligten ja schon Profis. Am nächsten Tag, am Sonntag, fehlte nur noch die Einführungsrede in Englisch, die von sechs Schülern gehalten werden musste. In Anwesenheit der Wirtschaftsdelegation aus Schwerte eröffnete Leppävirtas Bürgermeister Markku Tervahauta die Ausstellung im Rathaus. Auch der Deutsche Botschafter ließ ein Grußwort übermitteln.

Anschließend referierten die FBGIer über die Entwicklung der eisen- und stahlverarbeitenden Industrie in Schwerte, von den Anfängen, als sich Theile auf der Suche nach einer Wasserkraft an der Else niederließ, bis zur Gründung neuer Gewerbegebiete in Geisecke und der Binnerheide.

Die Schüler hatten die Firmengeschichten in den einzelnen Werken recherchiert und die Produktion besichtigt. So konnten sie nicht nur die Entwicklung der Firmen erläutern, sondern auch deren Produktionsmethoden. Das ging soweit, dass Jens Pachowiak einem Besucher genau erklärte, wozu das Gussteil, das bei Hundhausen gegossen wird, im Auto benötigt wird und wo es sitzt.

Und jetzt war endlich Freizeit in den Familien angesagt, denn auch die Angst, ob die Gasteltern auch wirklich nett seien, hatte sich erübrigt. Angesichts der riesigen Grundstücke und Häuser in Finnland meinte Jana Orthey: "Meine Austauschschülerin wird enttäuscht sein, wenn sie die kleinen Häuser und Grundstücke in Schwerte sieht."

aus: Westfälische Rundschau vom 08.06.2006