Friedrich-Bährens Gymnasium

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Fahrradfahren in der Provence – unvergessliches Erlebnis


„Wie eintönig!“ Das war die erste Reaktion der 18 Schüler des Biologie-Leistungskurses des FBG’s und des RTG’s, als der Biologielehrer Herr Althoff die anstehende Kursfahrt erläuterte. Eine Woche auf dem Campingplatz am Pont du Gard in der Provence bedeutete, lange Anreise, selber kochen, viel Abwasch, enge Räumlichkeiten, Hitze und immer wieder trampeln, trampeln und trampeln. Genauso kam es auch, allerdings wurde diese Woche für uns alle zu einem unvergesslichen Erlebnis, das keiner missen möchte.

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Wir starteten am 22.06., Freitagabend gegen 20 Uhr. Schon allein die 14- stündige Busfahrt war viel angenehmer als erwartet. In zu Betten umgebauten Sitzen ließ es sich herrlich schlafen und so kamen Schüler und Lehrer  frisch und ausgeruht in Orange an, dem 1. Besichtigungsort,  einem malerischen Ferienparadies mit einem Römischen Theater aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. und engen Gassen. Danach hieß es, sich einrichten auf dem Campingplatz. Die Mobilheime wurden übernommen, das Küchenzelt errichtet, eingekauft und schon stand die erste, kurze Fahrradtour rund um den Pont du Gard an. Dieses berühmte Aquädukt ist von beeindruckender Höhe und umfasst 3 Etagen. Noch fuhr die komplette Mannschaft mit, das sollte sich aber bald ändern. Im Laufe der Woche standen tägliche Touren an,  mal 25km, mal 50km, mal 7 km hinauf, mal 7 km hinab, nach Uzes zum Markt und Bischofspalast, hinauf  in die Stadt Les Baux, einem Dorf, das an einem Felsenhang liegt, nach Arles, durch  die Camargue. Aber - wie zu erwarten – gab es menschliche wie technische Ausfälle. Stürze vom Rad mit Schürfwunden, Knieprobleme, Kreislaufprobleme, nicht mehr funktionstüchtige Fahrräder, all das ließ die Gruppe an manchen Tagen auf 1 Teilnehmer schrumpfen. Es gab aber auch die „Experten“, die es wissen wollten, die nämlich in Null Komma Nix trotz Hitze  mit dem Rad  den Mont Ventoux erklommen und zur Belohnung ein T-Shirt ersteigerten, das nur demjenigen zusteht, der den Anstieg  aus eigener Kraft geschafft hat. Aber ein Sprichwort sagt: Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben! Und das hat sich bewahrheitet. Viele Schüler, die anfangs Bedenken aufgrund des täglichen Fahrradfahrens hatten, konnten eigentlich mühelos mithalten, wenn da nicht die kontinuierliche Hitze gewesen wäre. Morgens 30 Grad, mittags 40 Grad, abends 30 Grad; an sich schön, vor allen Dingen für diejenigen, die sich krankheitsbedingt am Campingplatz befanden und die Sonne im Liegestuhl genießen durften.  Aber mit dem Fahrrad die Berge hoch, da musste man schon so einige Liter Wasser am Tag trinken, um das durchzustehen.

Verpflegt wurden die Teilnehmer bestens! Da gab es Stoffel, der in einer Person  Busfahrer,  Reisemanager,  Fahrradprofi,  Kanulehrer, Psychologe,  guter Freund und  Küchenchef war. Nach den Ausflügen bereitete er mit immer wechselnden Kochgruppen das Abendessen zu. Und was er machte, schmeckte hervorragend. Beschwerden gab es nie! Wir wuchsen im Laufe der Zeit zu einer kleinen Familie zusammen, Herr Dr. Althoff war nicht mehr Chef des FBG, sondern ein respektabler Kumpel und durchtrainierter Fahrradprofi, Herr Wethkamp, Frau  Lang und Busfahrer Detlef  unsere besten Freunde. Sie alle gönnten uns auch einen „Ruhetag“ am Strand in Le Grau du Roi, einem Örtchen direkt am Mittelmeer. Da kam erst recht Ferienstimmung auf. Ebenso angenehm war die Kanutour auf dem Gardon. 7 Tage später hieß es plötzlich Abschied nehmen von unserem geliebten Campingplatz, das bedeutete erneut Räder verladen. Sie fanden Platz in Reih und Glied, liegender Weise, auf dem Dach des Busses, als hätte man 20 Dominosteine schön ordentlich umgekippt. Diese außergewöhnliche Montage brachte uns auf der Autobahn staunende Blicke anderer Verkehrsteilnehmer. Einen letzten Stopp machten wir noch in Avignon,  bevor es dann Richtung Deutschland ging. Ausgeruht, sonnengebräunt, sichtlich erholt und vollends zufrieden endete unsere Kursfahrt am Samstagmorgen um 8 Uhr am FBG. Hätte man uns gefragt, ob wir noch mal umkehren wollten, die Antwort wäre eindeutig Ja gewesen. Eine solch gelungene Kursfahrt muss uns erst einmal einer nachmachen!

(Die Kursfahrtteilnehmer, Juli, 2012)