Friedrich-Bährens Gymnasium

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Paris 2012


Paris hinterlässt tausende Eindrücke

Schwerter Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Bährens-Gymnasiums haben Paris zu Fuß erkundet.

Um 4.45 Uhr trafen wir uns (32 Schülerinnen und Schüler der beiden Französisch- Kurse aus der Jahrgangsstufe 10) am Parkplatz des Friedrich-Bährens-Gymnasiums. Mein erster Besuch in der Stadt der Liebe stand an. Paris werde ich nicht so schnell vergessen.

Während der achtstündigen Fahrt war vor allem die Laune der Jungen nicht zu trüben. Das Lied „Ma Cherie“ von DJ Antoine traf dabei auf reichlich Zustimmung und regte so manchen zum Mitsingen an.

Unmittelbar nach der Ankunft am Hotel um etwa 13 Uhr ging es ohne lange Pause weiter. Denn wir hatten ein strammes und gefülltes Programm zu absolvieren. Auf dem Tagesplan standen die Besichtigung von Sacré-Coeur, Moulin Rouge, Mur d’ amour, Arc de Triomphe und zahlreiche andere sehenswerte „Köstlichkeiten“.

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Laufen, laufen und nochmals laufen. Gegen Abend fanden wir uns schließlich übermüdet und erschöpft vom Laufen unter dem „Tour Eiffel“ ein, welcher für mich im wahrsten Sinne des Wortes den Höhepunkt des Tages bedeutete. Der atemberaubende Anblick einer von tausenden Lichtern bedeckten Hauptstadt lud uns alle zum  Träumen ein.

Ein Teil der Gruppe konnte bei einer nächtlichen Seinefahrt "Paris by night" bewundern.

Nachdem wir schließlich um Mitternacht auf den Zimmern verschwunden waren, um ein wenig Schlaf zu tanken, hieß es für uns am nächsten Morgen nach einem „Petit Déjeuner“ wieder: Laufen, laufen, laufen und die Stadt entdecken.

Das Institut du Monde Arabe, der Place de la Bastille, Notre Dame, Les Halles, der Louvre mit der dazugehörigen Pyramide und das Centre Pompidou erwarteten uns. Kurze Referate der Schülerinnen und Schüler zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten sollten den Zweck erfüllen, auch auf die geschichtlichen Hintergründe aufmerksam zu machen.

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Nachmittags wurden wir von der Leine gelassen: Wir konnten Paris endlich auch mal auf eigene Faust erkunden, sodass die Möglichkeit gegeben war, noch eine Shoppingtour zu starten. Am frühen Abend trafen sich wieder alle Gruppen am Hotel und brachen gemeinsam zur Rückreise nach Deutschland auf.

Ich glaube, ich kann all meine Erfahrungen, die ich in Paris sammeln konnte, gar nicht in Worte fassen. Obwohl ich nur zwei Tage dort verbracht habe, kommt es mir so vor, als würde ich fast jeden, der mir auf der Straße begegnet ist, gut kennen. Nie wollte ich mich satt sehen an all den Leuten, die meine Wege gekreuzt haben.

Während die einen sangen und tanzten, badeten die anderen nahezu in ihrem Geld, kauften sich Designerklamotten, trugen kostbaren Goldschmuck und erfreuten sich in Fünf-Sterne- Restaurants an armen und köstlichen Mahlzeiten.

Jeder erzählt seine Geschichte:
An der nächsten Straßenecke: Eine Frau mittleren Alters kniet mit ihren beiden Kindern, beide unter vier Jahren neben einem Secound-Hand Laden auf dem schmutzigen Boden. In ihren Augen spiegeln sich offenbar Angst und Erschöpfung wider. Angst vielleicht, weil sie sich vor der schleichenden Zukunft fürchtet. Eine Zukunft vielleicht, die für sie nichts mehr bereithalten wird. Darf sie auf ein besseres Leben hoffen? Ich wünschte, ich könnte diese Frage mit Ja beantworten.

Was wird aus diesen Kindern mit ihren rehfarbenen Knopfaugen, die mich für einen Moment neugierig und völlig unbekümmert anschauten? Es ist nicht so, dass ich in Deutschland nie Obdachlosen begegnet bin, aber der Anblick dieser jungen Wesen, die ein Anrecht auf ein sorgenfreies und erfülltes Leben haben sollten, erfüllt mich mit tiefer unbeschreiblicher Trauer. Mir kam es so vor, als seien mir die Schicksale der Menschen  nur so um die Ohren geflogen.

In dieser Stadt erzählt jeder seine eigene Geschichte. Inspirierend und beeindruckend zugleich. Besonders machte es mir Spaß, ihren Gesprächen auf Englisch, Französich, Deutsch, Chinesisch, Spanisch, Afrikaans und Russich zu lauschen. Obwohl ich selbstverständlich nicht jedes Wort verstanden habe, sind mir ihre Gestikulationen und auch ihre unterschiedlichen Kleidungsstile nicht entgangen.

(Chantal Osthoff, Klasse 10, Mai 2012)