Friedrich-Bährens Gymnasium

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2008


Klassenfahrt nach Finnland

Als es in der 9. Klasse hieß, es geht bald auf Klassenfahrt waren alle vollauf begeistert und waren voller Vorfreunde, doch dann wurde uns mitgeteilt, das wir diejenige Klasse sind, die die Reise von Deutschland, über Dänemark und Schweden nach Finnland antreten wird.

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Blick vom Puijo in Kuopio

Dabei würden wir auch noch in der Zeit in der wir in Finnland sind in Gastfamilien untergebracht werden. Das war der Knackpunkt der ganzen Fahrt. Darauf hatte keiner Lust, weil wir der Meinung waren "das ist keine Klassenfahrt". Bei fast jedem war die Freude verschwunden, als es dann noch hieß, die Reise geht um 04:45 Uhr morgens in Schwerte los.

Doch nach ca. 3 bis 4 Stunden Busfahrt wurde aus der müden Truppe eine heitere und frohe Klasse. Alle hatten Spaß daran gefunden, eine Klassenfahrt nach Schweden und Finnland zu machen. Wir unternahmen viel, wir zogen in Schweden von einem Ort in den anderen, bis wir irgendwann in Stockholm waren und anschließend auf die Fähre nach Helsinki fuhren. Bis dahin hatten wir viel Spaß und hofften, dass die folgenden Tage genau so schön werden. Als das Schiff losfuhr, war bei einigen Anspannung angesagt.


Ankunft
Am nächsten Morgen hieß es um 8:00 Uhr: runter vom Schiff, ab nach Leppävirta. Als uns Herr Ratering später am Tag darauf aufmerksam machte, dass wir in fünf Minuten in Leppävirta ankommen würden, brach große Hektik aus. Alle waren aufgeregt und nervös.

Nachdem wir in unsere Familien eingeteilt wurden und uns später wieder trafen, gab es sowohl frohe als auch nicht ganz so frohe Schüler. Manche hatten sehr nette Familien, in denen alle Englisch sprechen konnten und die sich auf uns freuten. Einige wenige wiederum wohnten ca. 40 km von Leppävirta entfernt oder waren in Familien untergebracht, in denen wenig Englisch gesprochen wurde. Ich gehörte zu den Erstgenannten: Familie Asikainen. Eine sehr nette Familie, die mir schnell ans Herz gewachsen ist und etwas Besonderes für mich war.

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Jonas und Paul waren in einer Familie, die etwas weiter weg vom Zentrum Leppävirtas wohnte. Allerdings scheuten sie keine Mühen, uns nachmittags zueinander zu bringen. Wir waren jeden Abend 10 bis 15 Leute, die zusammen saßen und Spaß hatten. Dabei schlossen sie ebenfalls Freundschaften. Paul mit Alma Mikkola und Jonas mit Ann-Marie Asikainen.


Abschied
Als unsere gemeinsame Zeit in Leppävirta um war, flossen ein paar Tränen. Aber wir hatten Telefonnummern und Email-Adressen ausgetauscht um in Kontakt zu bleiben. Als wir wieder in Schwerte waren, kam uns die Idee, dass wir auch noch mal allein zurückfahren könnten, um uns wieder zu sehen.

Nach einiger Zeit hat sich dann ergeben, dass Jonas, Paul und ich in den Herbstferien gerne noch einmal nach Finnland zurück wollen, um Finnland, unsere Gastfamilien und die neuen Freunde noch einmal wieder zu sehen. Wir dachten uns, ein Jahr dauert zu lange, bis die Finnen zu uns kommen.

Unsere Eltern waren davon nicht sehr begeistert, bis an einem Tag eine Email von meinem Gastvater Antero Asikainen kam, dass er es für sinnvoll hält, wenn wir für eine Woche zurück kommen würden, weil eine internationale Freundschaft etwas Besonderes ist. Für die Familien war es selbstverständlich, dass wir noch einmal Quartier bei ihnen beziehen konnten und sie gaben ihr Bestes für uns, als wir zum zweiten Mal da waren.


Auf ein Neues
Nachdem die Flüge gebucht waren, starteten wir am 29. September am Flughafen Düsseldorf, von da an waren wir auf uns alleine gestellt. Als wir in Helsinki ankamen, warteten wir auf unseren Bus, der um 22 Uhr kam. Mit dem Bus fuhren wir von Helsinki nach Lahti und von da aus nach Mikkeli.

In Mikkeli wurden wir von Pauls Gastvater, Antti Mikkola, abgeholt und nach Leppävirta gebracht. Als wir mitten in der Nacht um 3 Uhr ankamen, konnte keiner realisieren, dass wir in ein zweites Mal in Finnland waren. Dabei hatten uns unsere Eltern zu Beginn der Klassenfahrt gesagt: "Für das Geld kommt ihr nicht noch mal nach Finnland, also freut euch drauf!"

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Am nächsten Tag haben wir erst einmal ausgeschlafen und sind dann durch Leppävirta gegangen, bis die Finnen aus der Schule gekommen sind. Wir haben alle wieder gesehen und die Freude war groß.

Am zweiten Tag besuchten wir mit Raija Huusko die Grundschulen, und halfen ihr beim Unterrichten der Kinder, die für ihr Alter beachtlich gut Deutsch sprechen können. Abends saßen wir alle zusammen. Den dritten Tag verbrachten wir in Leppävirtas Sporthotel Vesileppis, dem ein Schwimmbad, eine Eisbahn und einen unterirdischen Skitunnel angeschlossen ist.


Abwechslungsreiche Tage
Am Freitag besuchten wir mit die Deutschstunde der Mädchen. Dann ging es mittags zum Proben zurück in die Schule. Abends machten wir uns auf den Weg zur Villa Siila, einer Villa der Firma Franke, dessen Geschäftsführer Antero Asikainen ist. Es ist ein sehr großes und schönes Holzhaus am See, natürlich wie immer mit eigener Sauna.

Samstag halfen wir Antero, das Haus auf Vordermann zu bringen und waren in der Gartenarbeit aktiv, woran wir großen Spaß hatten. Das war uns auch Recht, quasi als Dankeschön, da wir ein zweites Mal bei unserer Gastfamilie einziehen durften.

Am Sonntag ging dann alles ganz ruhig zu und wir machten uns fertig für die etwa einstündige Rückfahrt nach Leppävirta. Dort hatten die Mädchen dann Volleyball-Training und wir begannen langsam, unsere Sachen zu packen. Abends hatten noch einmal alle zusammen Spaß und genossen den letzten Abend. Montagmorgen gingen wir noch einmal durch Leppävirta und Jonas und ich besorgten Blumen als Dankeschön für unsere Gastmutter Eila. Sie war sichtlich gerührt.


Rückreise
Um 15 Uhr ging es dann, nachdem wir uns von allen verabschiedet hatten, in Richtung Helsinki-Airport, da war nur ein wenig Trauer zu spüren. Doch als wir uns dann am Flughafen von Antero verabschieden mussten und sahen, dass es ihm auch schwerfällt, zu gehen, trat bei uns ein komisches Gefühl auf, weil wir wussten, dass die Reise jetzt vorbei ist.

Als wir wieder zu Hause waren, bekamen wir mehr Informationen über den Gegenbesuch der Mädchen und fingen an zu planen, um diesmal selbst die Gastgeber zu sein.

Insgesamt haben wir einen sehr positiven Eindruck von Schweden und Finnland bekommen und würden jetzt, wo wir Bekannte dort haben, jederzeit wieder dorthin fahren. Wir freuen uns auf die Besuche der Finninnen Ende November und im Mai 2009.

Sebastian Schlinkert, 10b