Friedrich-Bährens Gymnasium

Ostberger Str. 17
58239 Schwerte

Tel.:02304/16010       
Fax: 02304/22007

Abitur in 8 Jahren


G8 - Bildungspolitisches Gipfeltreffen

Wer die Bezeichnung G8 hört, denkt sofort an den G8-Gipfel, der im Juni in Deutschland stattfinden wird. Aber was hat das Treffen der acht wichtigsten Industrienationen der Welt mit dem Jahrbuch des FBG zu tun haben? Nichts, könnte man meinen. Doch weit gefehlt! Mit G8 sind nicht nur die acht mächtigsten Nationen unseres Erdballs gemeint, G8 meint auch die Verkürzung der Schulzeit auf acht Jahre bis zum Abitur. Im Vergleich zu den meisten G8-Staaten ging man in Deutschland dreizehn Jahre zur Schule, um die Hochschulreife zu erlangen.

Das wird sich nun ändern: Um mit den anderen Staaten wieder gleich zu ziehen, verkürzen wir die Schulzeit um ein Jahr. Bayern, Baden-Würtemberg und andere Bundesländer waren Vorreiter, jetzt wird es auch in Nordrhein-Westfalen praktiziert. Erfolgreiche Nationen, wie es die G8-Staaten sind, benötigen ein effizientes Schulsystemn nämlich G8. Schon längere Zeit bestand an den Gymnasien die Möglichkeit, G8-Profilklassen einzurichten. Das heißt, begabte Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs konnten in einer Klasse zusammengefasst werden, die die Jahrgangsstufe 11 überspringen und somit nach acht Jahren das Abitur ablegen konnten. Grundvoraussetzung für die Schulzeitverkürzung war und ist eine Ausweitung der Unterrichtszeit.

Seit dem Schuljahr 2005/2006 wird die bisherige Ausnahme zum Regelfall. Die Schulzeitverkürzung wird an Gymnasien und Gesamtschulen ermöglicht. Hierzu müssen wesentliche Lerninhalte, die bisher am Ende der Jahrgangsstufe 11 erreicht werden sollten, vorgezogen werden. Aber auch für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler aus anderen Schulformen soll die Möglichkeit gegeben werden, schneller zum Abitur zu gelangen. Im Regelfall aber werden sie nach dem zehnten Schuljahr

Abitur_in_8_Jahren

Bildungsgang am Gymnasium

eine Einführungsphase besuchen, die an Gymnasien und Gesamtschulen eingerichtet werden kann und die der Qualifikationsphase (künftig Jahrgangsstufen 11 und 12) vorgeschaltet ist. Sie können aber auch die dreijährigen Bildungsgänge besuchen, die an den Berufskollegs zur allgemeinen Hochschulreife führen und die ausgeweitet werden sollen.


Mehr Unterrichtszeit in der Sekundarstufe I


Dieser Ansatz - mehr Unterrichtszeit in der Sekundarstufe I für alle ermöglicht eine Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur - sorgt nicht nur dafür, dass das nordrhein-westfälische Schulsystem durchlässig bleibt; er bildet zugleich die Gewähr, dass leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler besser gefördert werden und gleichzeitig Begabungsreserven mobilisiert werden können, weil leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler aller Schulformen die nötige Unterstützung erhalten und - je nach Potential - über zwei- oder dreijährige Bildungsgänge in der Oberstufe die allgemeine Hochschulreife erwerben können.

Die konkrete Umsetzung des Programms bedingt folgende Maßnahmen:

  1. Seit dem Schuljahr 2005/2006 an werden alle Gymnasien auf achtjährige Bildungsgänge bis zum Abitur umgestellt. Die Klasse 6 konnte auf Wunsch der Schulen einbezogen werden. (Die betroffenen Eltern des FBG haben diese Möglichkeit nahezu einstimmig abgelehnt.) Dazu sind in der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Sekundarstufe I die Stundentafeln aller weiterbildender Schulen - also auch der Real-, Haupt- und Gesamtschulen - mit Beginn der Klasse 5 verändert und die Stundenkontingente ausgeweitet worden.

    Bundesweit ist festgelegt, dass von Klasse 5 bis zum Abitur Schülerinnen und Schüler mindestens 260 Wochenstunden Unterricht haben müssen (plus fünf Stunden Wahlunterricht oder Arbeitsgemeinschaften).

  2. Die Lehrpläne sind überarbeitet und entfrachtet woden, so dass die durch den Wegfall einer Jahrgangsstufe bedingte Reduzierung der Unterrichtszeit möglich wird. Eine Schulzeitverkürzung muss eine Konzentration auf das Wesentliche bedeuten und nicht, dass die Kinder und Jugendlichen in kürzerer Zeit genauso viel Stoff durchnehmen müssen wie zuvor. Bei dieser Umstellung bieten die bundesweiten Bildungsstandards und die Kernlehrpläne, die im Schuljahr 2005/2006 in Nordrhein-Westfalen eingeführt wurden, die Grundlage.

  3. Im folgenden sind noch die jeweiligen Stundentafeln angegeben. Diese sind jedoch nur bei einer 100%igen Lehrerbesetzung einer Schule umzusetzen.

Stundentafeln für die Sekundarstufe I (Gymnasium)


(gültig ab 1. August 2005, d.h. für die Schüler und Schülerinnen, die seit dem 01.08.2005 das Gymnasium besuchen)

Lernbereich/Fach 5/6 7 - 10 Wochenstunden
Deutsch 8 14 22
Gesellschaftslehre (1)
Geschichte, Erdkunde, Politik
6 16 22
Mathematik 8 14 22
Naturwissenschaften (2)
Biologie, Chemie, Physik
6 18 24
Englisch (3) 9 (4) 13 (12) 22 (16)
Zweite Fremdsprache 4 (9) 12 (13) 16 (22)
Kunst, Musik (4) 8 8 16
Religionslehre (5) 4 8 12
Sport 6 - 8 10 - 12 18
Wahlpflichtunterricht (6) - 6 - 9 6 - 9
Kernstunden 59 - 61 119 - 124 180 - 183
Ergänzungsstunden (7) 5 - 8
Wochenstundenrahmen
Klasse 5:
Klasse 6:
Klasse 7:
Klasse 8:
Klasse 9:
Klasse 10:
Gesamtwochenstunden

29 - 32
29 - 32
30 - 33
30 - 33
31 - 34
31 - 34 (8)
188
Zusätzlich: Bis zu 5 Wochenstunden
Muttersprachlicher Unterricht

Anmerkungen:

  1. Die Fächer Erdkunde und Politik werden jeweils mindestens im Umfang von 6 Wochenstunden, das Fach Geschichte wird im Umfang von 8 Wochenstunden unterrichtet, in der Doppeljahrgangsstufe 9/10 wird jedes Fach mit mindestens 2 Wochenstunden unterrichtet.
  2. Das Fach Chemie wird ab Klasse 7 unterrichtet. In den Klassen 7 bis 10 sind die Fächer des Lernbereichs gleichgewichtig zu berücksichtigen.
  3. Wird die zweite Fremdsprache bereits ab Klasse 5 unterrichtet, wird Englisch in den Klassen 5 und 6 mit jeweils 2 Wochenstunden unterrichtet. In diesem Fall gelten die Stundenzahlen in Klammern.
  4. Die Fächer Kunst und Musik werden im Bildungsgang gleichgewichtig unterrichtet.
  5. Für den Unterricht in Praktischer Philosophie gilt §3 Abs. 4 APO - S I.
  6. Der Wahlpflichtunterricht beginnt in Klasse 8. Dafür gilt §17 Abs. 3 APO - S I. Eine dritte Fremdsprache wird von Klasse 8 bis Klasse 10 mit je drei Wochenstunden unterrichtet, andere Fächer und fächerübergreifende Angebote mit je zwei Wochenstunden.
  7. Für die Ergänzungsstunden gilt §17 Abs. 4 APO - S I.
  8. Bei der Wahl weiterer Fächer der gymnasialen Oberstufe kann sich dieser Wochenstundenrahmen erhöhen.
Für Fächer, die in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe angeboten werden, gilt:
  • Fächer der Stundentafel der Sekundarstufe I des Gymnasiums werden mindestens in Klasse 9 oder 10 im Umfang von mindestens zwei Wochenstunden unterrichtet.
  • Das Fach Politik in der Sekundarstufe I entspricht dabei dem Fach Sozialwissenschaften in der gymnasialen Oberstufe.
  • Weitere Fächer der Qualifikationsphase werden ab Klasse 10 im Umfang von mindestens zwei Wochenstunden unterrichtet.
  • Eine in Klasse 10 neu einsetzende Fremdsprache wird im Umfang von 4 Wochenstunden unterrichtet.
Dr. Klaus-Peter Althoff


Stundentafeln für die Sekundarstufe I (Gymnasium)

(gültig ab 1. August 2006) Anlage zum RdErl. d. Ministeriums für Schule und Weiterbildung v. 19. Mai 2006

Lernbereich/Fach 5/6 7 - 10 Wochenstunden
Deutsch 8 11 19
Gesellschaftslehre (1)
Geschichte, Erdkunde, Politik
6 12 18
Mathematik 8 11 19
Naturwissenschaften (2)
Biologie, Chemie, Physik
6 14 20
Englisch (3) 8 (4) 10 (10) 14 (18)
Zweite Fremdsprache 4 (8) 10 (10) 14 (18)
Kunst, Musik (4) 8 6 14
Religionslehre (5) 4 6 10
Sport 6 - 8 7 - 9 15
Wahlpflichtunterricht (6) 0 4 - 6 4 - 6
Kernstunden 58 - 60 91 - 95 151 - 153
Ergänzungsstunden (7) 10 - 12
Wochenstundenrahmen
Klasse 5:
Klasse 6:
Klasse 7:
Klasse 8:
Klasse 9:
Gesamtwochenstunden

30 - 33
30 - 33
31 - 34
31 - 34
32 - 35
163

Anmerkungen:

  1. Alle Fächer des Lernbereichs Gesellschaftslehre werden in Klasse 9 unterrichtet und müssen in der gesamten Sekundarstufe I mit jeweils mindestens 6 Wochenstunden unterrichtet werden.
  2. Alle Fächer des Lernbereichs Naturwissenschaften werden in Klasse 9 unterrichtet und müssen in der gesamten Sekundarstufe I mit jeweils mindestens 6 Wochenstunden unterrichtet werden. Der Unterricht im Fach Chemie beginnt ab Klasse 7.
  3. Wird die zweite Fremdsprache bereits ab Klasse 5 unterrichtet, wird Englisch in den Klassen 5 und 6 mit jeweils 2 Wochenstunden unterrichtet. In diesem Fall gelten die Stundenzahlen in Klammern.
  4. Die Fächer Kunst und Musik werden in der gesamten Sekundarstufe I mit jeweils mindestens 6 Wochenstunden unterrichtet.
  5. Für den Unterricht in Praktischer Philosophie gilt §3 Abs. 4 APO - S I.
  6. Der Wahlpflichtunterricht findet in den Klassen 8 und 9 statt. Hierfür gilt §17 Abs. 3 APO - S I. Eine dritte Fremdsprache wird in Klasse 8 und 9 mit jeweils mindestens 3 Wochenstunden unterrichtet, andere Fächer und fächerübergreifende Angebote jeweils mit mindestens 2 Wochenstunden.
  7. Für die Ergänzungsstunden gilt §17 Abs. 4 APO - S I.
Dr. Klaus-Peter Althoff